Betancuria auf Fuerteventura Einer der schönsten Orte der Insel ist Betancuria, er liegt in einem von Bergen umschlossenem Tal, es ist die kleinste der sechs Gemeinden auf Fuerteventura und besteht lediglich aus den drei Ortschaften Valle de Santa Inés, Vega de Río Palmas und Betancuria, wo auch die Verwaltung der gleichnamigen Gemeinde ihren Sitz hat. Zu erreichen ist Betancuria über die FV-30, eine kurvenreiche und schöne Bergstraße mit tollem Ausblick. Als im 16. Jahrhundert die Piraten die Stadt zerstörten, mussten die Einwohner von Betancuria die Stadt renovieren (bei Nichteinhaltung drohte ihnen 15 Jahre Kerkerhaft!). Heute schmückt sich die Stadt mit ihren weißen Häuschen zwischen den vielen großen Palmen und strahlt eine Ruhe und Idylle aus. Sehr gute Restaurants und Souvenir-Shops befinden sich im Ort. In Betancuria sollte man sich in der Nähe der Kirche einen Parkplatz suchen, und dann zu Fuß den Ort und das Zentrum erkunden. Aufgrund der geschichtlichen Ereignisse steht Betancuria nun unter Denkmalschutz. Der Ort Betancuria wurde bereits im Jahr 1405, also direkt nach der Eroberung Fuerteventuras, von Jean de Béthancourt gegründet und nach seinem Gründer benannt. Die ersten Siedler stammten wie Jean de Béthancourt selbst aus der Normandie. Mehr als 400 Jahre war Betancuria die Hauptstadt von Fuerteventura, ehe diese Funktion im Jahr 1835 an das an der Küste gelegene Puerto del Rosario abgegeben werden musste. Der Ort verlor anschließend weiter an Bedeutung und immer mehr Einwohner wanderten ab. Mittlerweile hat Betancuria nur noch rund 200 Einwohner und wirkt heute fast wie ein großes Freilichtmuseum. Im Jahr 1410 wurde in Betancuria eine erste Kirche errichtet, diese wurde dann  im Jahr 1424 vorübergehend sogar in den Rang einer Kathedrale erhoben. Allerdings wurde das dazugehörige Bistum bereits sechs Jahre später wieder aufgelöst. Die ehemalige Kathedrale von Betancuria wurde 1593 bei dem Überfall nordafrikanischer Seeräuber schwer beschädigt. Die heute an gleicher Stelle stehende Pfarrkirche Santa María wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Das dreischiffige Gotteshaus wurde damals als Wehrkirche gebaut, die den Einwohnern von Betancuria bei Piratenangriffen als Zufluchtsort dienen sollte. Charakteristisch für die doppelte Funktion des Bauwerks sind die dicken Mauern der Kirche, sowie die kleinen, weit oben liegenden Fenster. Rund um die Kirche errichteten die Feudalherren Fuerteventuras zweistöckige Herrenhäuser, von denen einige auch heute noch erhalten sind. Eines dieser historischen Herrenhäuser, die Casa Santa Maria, beherbergt heute ein Restaurant, eine Bodega sowie ein Kunsthandwerksmuseum. Nicht weit entfernt von der Casa Santa Maria befindet sich auch das Rathaus von Betancuria, das ganz im traditionellen Baustil Fuerteventuras restauriert wurde und einen schön geschnitzten Holzbalkon aufweist. Aufgrund seiner Lage im zentralen Bergland von Fuerteventura fallen in Betancuria mehr Niederschläge als in den meisten anderen Regionen der Insel. Daher wirkt Betancuria viel grüner als andere Orte auf der Insel und Mandelbäume (Prunus dulcis), Kanarische Dattelpalmen (Phoenix canariensis) oder Johannisbrotbäume (Ceratonia siliqua) gedeihen hier auch ohne künstliche Bewässerung. Sehenswertes in und um Betancuria: sind das Museo Arte Sacro (Museum für kirchliche Kunst), das Casa Museo de Betancuria, das Archäologische Museum, sowie das einstige Franziskanerkloster Convento de Buenaventura. Oberhalb von Betancuria befindet sich der Aussichtspunkt Mirador de Morro Vellosa, von dem man einen wunderschönen Ausblick auf weite Teile Fuerteventuras genießt. Das eindrucksvolle Gebäude wurde von der Architektin Blanca Cabrera unter der künstlerischen Leitung des auf Lanzarote geborenen Künstlers César Manrique, auf der Spitze des 645 Meter hohen Tegú errichtet.
                                                Fuerteventuras ehemalige Könige Ayose und Guize die Statuen der Guanchenkönige Guize und Ayoze auf einem Mirador nördlich von Betancuria. Am 30. Mai 2008 wurden, hoch offiziell, die 4,5 m hohen und 1,5 m breiten, eindrucksvollen Bronzestatuen von Vertretern der Inselregierung eingeweiht. Der Ort wurde aus geschichtsträchtigen Gründen gewählt, denn hier stießen die ehemaligen Königreiche aufeinander. Erst sollten die 2 Statuen in der heutigen Inselhauptstadt Puerto del Rosario aufgestellt werden, aber in letzter Minute entschied sich die Inselregierung, zum Glück, für diesen wichtigen und historischen Ort. Der Künstler Emiliano Hernandez hat die Kunstwerke erschaffen. Zu besichtigen sind die ehemaligen Könige von Fuerteventura an der Passstrasse FV 30 bei Betancuria nah des Aussichtspunktes Morro Velosa. Von der Denkmalanlage hat man einen traumhaften Weitblick über die Berglandschaft und auf das Dorf Valles de Santa Ines. Bei der Besichtigung sollte man sich etwas wärmer anziehen, denn dort oben weht ein kräftiger  Wind und es wird - gerade in den Abendstunden - sehr kalt. An diesem Aussichtspunkt spürt Ihr deutlich die Naturkräfte. Fuerteventura hat nicht umsonst den Beinamen 'Insel der starken Winde'.
Copyright © Alle Rechre vorbehalten. Erstellt von Uschi Reiners  / letzte Aktualisierung am 21. Oktober 2018